E-Book – Kommunizieren heißt scheitern

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KOMMUNIZIEREN HEISST SCHEITERN

Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung
von den Autoren Atilla Vuran und Nina Harbers

 

KOMMUNIZIEREN HEISST SCHEITERN

Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung

Gerade im Zeitalter von WhatsApp und Co. ist eine gelungene Kommunikation wichtiger denn je. Warum aber scheitern wir dann so oft in unseren Gesprächen, warum entstehen so viele Missverständnisse? Unsere Erfahrung zeigt: Der Fokus in Gesprächen wird zu oft auf den Inhalt gelegt. Nur wenn wir und unser Gegenüber auch emotional aufnahmebereit sind und uns die Berechtigung geben, zu kommunizieren, gelingt der Austausch. In dem Buch “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” erfahren Sie, wie Sie die Basis für eine erfolgreiche Kommunikation legen, um andere Menschen besser verstehen, erfolgreich überzeugen, zum Handeln anregen und führen zu können.

Die Inhalte unseres Buches “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” werden Sie nach Ihrer Lektüre ständig begleiten – sei es privat oder geschäftlich in Gesprächen, bei Vorträgen oder auch beim Verfassen Ihrer E-Mails – kontext- und generationsübergreifend.

Warum Sie das Buch “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” lesen sollten

  • Alle Faktoren, die Sie für eine erfolgreiche Kommunikation durch das Herstellen emotionaler Aufnahmebereitschaft und Berechtigung kennen sollten, werden ausführlich erklärt und dargestellt.
  • Das Buch enthält nicht nur Theorie, sondern auch Anwendungsaufgaben am Ende eines jeden Kapitels, sodass Sie das theoretisch Gelernte direkt in die Praxis umsetzen können.
  • Sie finden zu jedem Thema Hinweise auf weiterführende Literatur, mit der Sie noch tiefer in die Themengebiete eintauchen können, die Sie interessieren.
  • Am Ende des Buches finden Sie einen Selbst-Check und einen Leitfaden zum Herstellen von emotionaler Aufnahmebereitschaft bei anderen.

 

Inhaltsverzeichnis des Buches “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” im Überblick

 

  1. Einleitung
    1.1 Wofür wir dieses Buch geschrieben haben
    1.2 Wie das Buch aufgebaut ist und wie Sie damit arbeiten können
  2. Emotionale Aufnahmebereitschaft – Allgemein
    2.1 Was ist emotionale Aufnahmebereitschaft?
    2.2 Was trägt alles zur emotionalen Aufnahmebereitschaft bei?
    2.3 Woran erkenne ich emotionale Aufnahmebereitschaft?
    2.4 In welchen Kontexten ist emotionale Aufnahmebereitschaft wichtig?
  3. Emotionale Aufnahmebereitschaft – Spezifisch
    3.1 Individuelle Filter
    3.2 Soziale Filter
    3.3 Physiologische Filter
  4. Zusammenfassung
    4.1 Anwendung zur Selbsteinschätzung: genereller Selbst-Check
    4.2 Anwendung in konkreter Gesprächssituation
  5. Emotionale Aufnahmebereitschaft in der digitalen Kommunikation
  6. Schlusswort
  7. Glossar
  8. Stichwortverzeichnis
  9. Literaturverzeichnis

 

Inhalte des Buches “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung“ im Überblick

Sicher kennen Sie Situationen wie diese: Sie versuchen Ihren Partner schon seit Jahren in einem spezifischen Thema (Politik, Ernährung, Kindererziehung, Sport oder was auch immer) von Ihrer Meinung zu überzeugen – leider ohne Erfolg. Er liefert stets Gegenargumente oder hört Ihnen womöglich gar nicht mehr zu. Resigniert haben Sie mittlerweile vielleicht aufgehört, mit ihm darüber zu diskutieren, und das Thema für sich abgehakt. Nach einem Männerwochenende mit Studienkollegen kommt Ihr Partner jedoch nach Hause und ist plötzlich Ihrer Meinung. Sein bester Freund aus Studienzeiten hat das geschafft, was Ihnen in vielen Jahren nicht gelungen ist – nämlich Ihren Partner zu überzeugen. Was ist passiert? Warum hat Ihr Partner nun plötzlich seine Meinung zu dem Thema geändert? Ganz einfach: Sie hatten keine emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung von Ihrem Partner, der Studienfreund jedoch schon.

Was ist passiert?

Sie sind sozusagen in der Kommunikation gescheitert, was allen Menschen tagtäglich mehr oder weniger in verschiedenen Kontexten passiert. Die Fokusthemen des Buches “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” sind wie der Name schon sagt emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung. Dabei bedeutet emotionale Aufnahmebereitschaft, dass Ihr (Gesprächs-)Partner z. B. einer Idee, einem Inhalt oder einem Argument nicht nur rational zustimmt, sondern auch emotional so davon durchdrungen ist, dass er es aufnimmt, annimmt und ggf. nachhaltig etwas umsetzt oder verändert. Mit Berechtigung ist gemeint, dass Ihnen der (Gesprächs-)Partner die Erlaubnis gibt, ihm etwas zu sagen, er Sie also als kompetent zu einem spezifischen Thema anerkennt.

Mit dem Buch “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” bieten wir Ihnen Informationen und universelle Techniken, mit denen Sie jede Art von Kommunikation erfolgreich meistern können. Zusätzlich soll Ihnen dieses Buch die Prinzipien emotionaler Aufnahmebereitschaft aufzeigen und dadurch Ihre intuitive und bewusste Einschätzung von Gesprächssituationen noch präziser machen. Sie lernen, wie Sie emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung erzeugen können.

Dadurch können Sie zukünftig unterschiedliche kommunikative Kompetenzen nutzen und Ihre Wirkung im Umgang mit anderen Menschen verbessern.

Nach der Einleitung geht es im zweiten Kapitel des Buches “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” darum, zu verstehen, was die emotionale Aufnahmebereitschaft ist, wie Sie sie erkennen können und was alles dazu beiträgt.

 

 

Darüber hinaus erfahren Sie, welche Faktoren die emotionale Aufnahmebereitschaft beeinflussen. Dazu zählen Emotionsmanagement, Empathie, kommunikative Kompetenz, kognitive Verzerrungen, Wahrnehmungsfilter und Kontext.

Im dritten Kapitel geht es darum, zu verstehen, welche Wahrnehmungsfilter Ihres Gesprächspartners Einfluss auf seine emotionale Aufnahmebereitschaft haben können, wie Sie die Filter erkennen und was Sie im Speziellen – abgestimmt auf Ihren Gesprächspartner – an Ihrer Kommunikation, also an den Faktoren WAS, WIE, WANN und BERECHTIGUNG, verändern können, um schneller und wirkungsvoller emotionale Aufnahmebereitschaft zu erreichen.

 

 

Sie wollen noch mehr erfahren? Die nachfolgenden Zusammenfassungen der wichtigsten Kapitel des Buches „Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung“ liefern Ihnen erste Details:

 

Zusammenfassung Kapitel 2: „Kommunizieren heißt scheitern“: Emotionale Aufnahmebereitschaft – Allgemein

Faktoren, die die emotionale Aufnahmebereitschaft beeinflussen

Mit Emotionsmanagement ist der wirkungsvolle Umgang mit den eigenen Gefühlen gemeint. Zum Emotionsmanagement gehören neben Vertrauen und Selbstvertrauen auch die innere Haltung und das im „Hier und Jetzt“-Sein. Das Vertrauen, das Ihnen der Gesprächspartner entgegenbringt, das Selbstvertrauen, das Sie in der Gesprächssituation haben, die innere Haltung, mit der Sie in das Gespräch gehen. und mit welcher “Anwesenheit“ Sie und Ihr Gesprächspartner das Gespräch führen – alle diese Faktoren haben Einfluss auf die emotionale Aufnahmebereitschaft.

Empathie ist als Teil der emotionalen Intelligenz die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Das Verständnis, dass andere Menschen Gefühle haben und mit Ihnen mitfühlen, ist unter normalen Umständen jedem Menschen angeboren. Trotz der genetischen Komponente muss Empathie allerdings im sozialen Kontext ausgeprägt und gelernt werden. Empathie fordert, wahrzunehmen, welche zugrunde liegenden Bedürfnisse Ihr Gegenüber in einer Situation hat, und ist daher ein Fundament zur Herstellung von emotionaler Aufnahmebereitschaft.

Bei der kommunikativen Kompetenz geht es darum, die fünf verschiedenen Aspekte, die einen Einfluss auf das Gelingen der Kommunikation haben, in eine optimale Wechselwirkung zu bringen. WAS und WIE bilden die Basis. Es geht außerdem darum, den richtigen Zeitpunkt zu finden (WANN) und eine kommunikative Kompetenz aufzubauen, die beim gezielten Herstellen von Berechtigung und Aufnahmebereitschaft (OB) hilft.

Es gibt zwei Denkmodi, mit deren Hilfe Menschen Informationen verarbeiten und Entscheidungen treffen: Im ersten Denkmodus läuft das Denken schnell, automatisch und instinktiv ab. Im zweiten Denkmodus denken Menschen hingegen langsamer, bewusst und logisch. Im ersten Denkmodus kann es zu kognitiven Verzerrungen kommen. Hierbei handelt es sich um unwillkürliche, systematische, fehlerhafte Neigungen beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen, die auch die Berechtigung und emotionale Aufnahmebereitschaft beeinflussen. Sie lassen sich kaum von außen verändern. Das Bewusstsein darüber, dass es sie gibt, hilft dennoch beim Herstellen von emotionaler Aufnahmebereitschaft und Berechtigung.

Jeder Mensch hat Wahrnehmungsfilter, die nur bestimmte Teile der realen Welt hindurchlassen. Es werden dabei neurologische, soziale und individuelle Filter unterschieden. Tilgung, Verzerrung und Generalisierung sind drei Prozesse, die durch die Wahrnehmungsfilter verursacht werden und so jedem Menschen seine eigene Realität schaffen. Wahrnehmungsfilter können dazu führen, dass es zu interpretatorischen Missverständnissen zwischen zwei Menschen kommt. Dadurch kann das Herstellen von emotionaler Aufnahmebereitschaft und das Gelingen der Kommunikation erschwert sein. Die Kenntnis und der bewusste Umgang damit können das Herstellen der emotionalen Aufnahmebereitschaft wiederum positiv beeinflussen.

Der Rahmen, in dem ein Gespräch geführt wird, der sog. Kontext, kann den Grad an Aufnahmebereitschaft maßgeblich beeinflussen. Inhalt, Art des Gesprächs, Art und Geschichte der Beziehung sowie innere und äußere Faktoren sind die Kontextfaktoren, die die emotionale Aufnahmebereitschaft sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Wenn Sie diese Faktoren im Vorfeld hinterfragen und Ihr kommunikatives Verhalten darauf abstimmen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Kommunikation gelingt.

Nachdem Sie die Faktoren kennen, die die emotionale Aufnahmebereitschaft beeinflussen, erfahren Sie im Buch “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung”, woran Sie emotionale Aufnahmebereitschaft erkennen.

 

Signale für das Vorhandensein von emotionaler Aufnahmebereitschaft

Die emotionale Aufnahmebereitschaft einer anderen Person können Sie an affektiven (Emotionen), kognitiven (Annahmen, Überzeugungen) und konativen (Verhaltensweisen) Signalen erkennen. Ob Ihr Gesprächspartner aufnahmebereit ist oder nicht, kann er sowohl verbal, nonverbal als auch paraverbal ausdrücken bzw. zeigen. Diese Signale geben Ihnen Hinweise darauf, OB und WIE aufnahmebereit eine Person ist, aber nicht darauf, WARUM sie es ist oder nicht.

Mimik gehört zu den nonverbalen Zeichen der Kommunikation und bezeichnet die sichtbaren Bewegungen der Gesichtsoberfläche. Grundsätzlich können dabei drei verschiedene Arten von mimischen Ausdrücken unterschieden werden: Makroexpressionen, subtile Expressionen und Mikroexpressionen. Wenn Sie Ihre Wahrnehmung trainiert haben, kann die Mimik als Signal für oder gegen das Vorhandensein von emotionaler Aufnahmebereitschaft genutzt werden.

Darüber hinaus gibt es sieben Basisemotionen nach Ekman wie z. B. Angst oder Überraschung, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie im (mimischen) Ausdruck i. d. R. universell bei allen Menschen gleich sind. Diese geben Ihnen einen Hinweis für den emotionalen Zustand Ihres Gegenübers, der wiederum einen Einfluss auf seine emotionale Aufnahmebereitschaft hat.

 

Kontexte, in denen die emotionale Aufnahmebereitschaft wichtig ist

Sobald Menschen kommunizieren, ist die emotionale Aufnahmebereitschaft relevant. Mit mehr Verständnis zu den jeweiligen Mechanismen der emotionalen Aufnahmebereitschaft wird jedes Gespräch leichter. So können Sie wirkungsvoller motivieren, verstehen, arbeiten, prüfen und entscheiden. Beispielkontexte sind Selbstführung, Führung, Beziehung(en), Erziehung und Verkauf.

 

Zusammenfassung Kapitel 3: „Kommunizieren heißt scheitern“:  Emotionale Aufnahmebereitschaft – Spezifisch

Wahrnehmungsfilter sind durch Prägung entstandene Filter eines Menschen, durch die nur Teile der realen Welt wahrgenommen und einströmende Informationen unbewusst selektiert werden. Wir unterscheiden individuelle, soziale und physiologische Filter – auch wenn sie sich in der Praxis nicht immer scharf voneinander trennen lassen, da sie sich gegenseitig beeinflussen.

 

Individuelle Filter und emotionale Aufnahmebereitschaft

Individuelle Filter werden u. a. durch persönliche Erfahrungen oder die individuelle Erziehung geprägt. Hierzu zählen u. a. Metaprogramme, Werte und Wertekonflikte, Grundüberzeugungen sowie Stärken.

Metaprogramme sind Wahrnehmungsfilter, die steuern, wie ein Mensch Situationen und Botschaften interpretiert. Sie bestimmen typische Muster im Denken, Handeln und Sprechen. Wenn Sie sich Ihrer eigenen Metaprogramme bewusst sind und die des Gesprächspartners beachten, können Sie gezielt emotionale Aufnahmebereitschaft herstellen.

Werte sind individuelle Richtlinien, an denen Menschen festmachen, was gut und was schlecht, recht und unrecht ist. Hierbei können zwei Wertekategorien unterschieden werden: Es gibt sog. Appetenzwerte (das, was ein Mensch will – z. B. Liebe, Harmonie, Freiheit) und Aversionswerte (das, was ein Mensch nicht will oder ablehnt – z. B. Alleinsein, Stress, Auseinandersetzung). Werte dienen – bewusst oder unbewusst – als Orientierungshilfe bei Entscheidungen. Stehen zwei Werte miteinander in Konkurrenz (in einem Menschen oder zwischen zwei Menschen), kann es zu einem Wertekonflikt kommen. Für die Kommunikation ist es wichtig, dass Sie sich Ihre eigenen Werte bewusst machen, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Gesprächspartner wahrzunehmen. Wenn Sie die Werte des Gesprächspartners identifizieren, respektieren und bedienen, können Sie leichter emotionale Aufnahmebereitschaft herstellen.

Die persönlichen Grundüberzeugungen eines Menschen sind meist nicht logisch herleitbare Lebensregeln, die er für wahr hält. Sie können sowohl positiv als auch negativ und damit limitierend sein. Grundüberzeugungen entstehen im Kindesalter durch Erfahrungen und Interpretationen. Sie stellen die Grundlage für das alltägliche Handeln und für den Einsatz der Fähigkeiten eines Menschen dar. Um emotionale Aufnahmebereitschaft herzustellen, sollten Sie sich die Grundüberzeugungen Ihres Gesprächspartners bewusst machen und darauf kontextabhängig reagieren.

Eine Stärke ist ein mit Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgebautes Talent. Stärken ermöglichen konstante, nahezu perfekte Leistungen bei einer bestimmten Tätigkeit. Durch die Stärken und Schwächen eines Menschen können sich besondere Bedürfnisse und Erwartungen an einen Gesprächspartner ergeben. Um emotionale Aufnahmebereitschaft bei Ihrem Gesprächspartner herzustellen, sollten Sie diese bedienen. Dafür sollten Sie Ihre Stärken nutzen und Ihre Defizite loswerden, kompensieren oder zumindest thematisieren.

 

Soziale Filter und emotionale Aufnahmebereitschaft

Soziale Filter entstehen z. B. durch die kulturelle Erziehung oder die Gesellschaft, in der jemand aufwächst. Zu den sozialen Filtern zählen Wirkung, Kultur, Umgangsformen und Erscheinungsbild.

Für die Wirkung von Menschen können Hund und Katze als Analogie dienen. Denn jeder Mensch trägt beide kontextabhängigen Wirkungsanteile in sich (Hund und Katze), die sich durch Verhalten, Körpersprache und Stimmmuster unterscheiden. Wie häufig der Hunde- oder Katzenanteil aktiv ist und wie dominant die jeweiligen Anteile ausgeprägt sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Keiner der Anteile ist gut oder schlecht, die unterschiedliche Wirkung kann aber beim Aufeinandertreffen zu Irritationen, Missverständnissen und in der Konsequenz zum Entzug von Berechtigung und Aufnahmebereitschaft führen. Für das Herstellen von emotionaler Aufnahmebereitschaft gilt es daher, Ihr Verhalten, Ihre Körpersprache und Ihr Stimmmuster an die Ihres Gesprächspartners anzupassen – je nachdem, welcher Wirkungsanteil beim anderen gerade präsenter ist (Hund oder Katze).

Die Kultur ist ein Kollektiv, das Bedeutungen, Erfahrungen, Werte, Symbole, Wissen und Praktiken teilt (z. B. Nation, Geschlecht, Unternehmen, …). Die Kultur, der ein Mensch zugehörig ist, kann einen Einfluss darauf haben, wie er Aufnahmebereitschaft herstellt, aber auch, wodurch er aufnahmebereit wird. Um Missverständnissen in der Kommunikation vorzubeugen, die durch unterschiedliche kulturelle Prägungen resultieren, und trotzdem Aufnahmebereitschaft herstellen zu können, gibt es verschiedene Strategien, die Sie kontextabhängig einsetzen können.

Umgangsformen sind die Art und Weise, wie ein Mensch bestimmte Situationen tatsächlich handhabt, also z. B. wie er jemanden begrüßt. Was von Ihrem Gegenüber als gute Umgangsform empfunden wird und somit zu seiner emotionalen Aufnahmebereitschaft beiträgt, ist abhängig vom Kontext und seinen Wahrnehmungsfiltern. Um erfolgreich emotionale Aufnahmebereitschaft herzustellen, gilt es, sich den abweichenden Umgangsformen des Gesprächspartners anzupassen oder zumindest die Unterschiede zu thematisieren.

Anhand des Erscheinungsbildes treffen Menschen innerhalb weniger Millisekunden die Entscheidung, ob sie eine Person z. B. als sympathisch, kompetent und selbstbewusst einschätzen. Die Bewertung hängt dabei von den unterschiedlichen Filtern (z. B. Werte, Kultur, Grundüberzeugungen) und den kognitiven Verzerrungen eines Menschen ab. Das Erscheinungsbild setzt sich aus den physiologischen Faktoren, der Körpersprache und dem Stil eines Menschen zusammen, die miteinander in Wechselwirkung stehen. Um das Herstellen von emotionaler Aufnahmebereitschaft beim Gesprächspartner zu unterstützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das eigene Erscheinungsbild zu kompensieren, anzupassen oder zu thematisieren.

 

Physiologische Filter und emotionale Aufnahmebereitschaft

Die physiologischen Filter eines Menschen werden schließlich durch Genetik, Umweltfaktoren, aber auch durch das persönliche Training beeinflusst. Sinneskanäle, somatische Marker, Ressourcenzustand und genetische Voraussetzungen zählen zu den physiologischen Filtern.

Informationen aus der Umwelt werden mit den Sinneskanälen wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet, wo sie entschlüsselt und miteinander verknüpft werden. In der Kommunikation spielen vor allem drei Sinneskanäle eine Rolle: der visuelle (Sehen), der auditive (Hören) und der kinästhetische (Fühlen) Sinneskanal. Die meisten Menschen haben einen Sinneskanal, den sie gewohnheitsmäßig vorrangig verwenden und über den sie differenzierter wahrnehmen. Für die emotionale Aufnahmebereitschaft ist es wichtig, dass Sie sich Ihren eigenen präferierten Sinneskanal bewusst machen und sich im Gespräch an den präferierten Sinneskanal Ihres Gesprächspartners anpassen.

Wenn das Erfahrungsgedächtnis sich über emotionale und physiologische Signale mitteilt, spricht man von somatischen Markern. Diese werden von Menschen unterschiedlich über Körperempfindungen, Emotionen und Geschehen im Kopf wahrgenommen. Durch somatische Marker hat ein Mensch Zugriff auf seine gesamte Lebenserfahrung. Deshalb können diese als Hilfsmittel für Entscheidungen genutzt werden. In der Kommunikation tragen somatische Marker zur emotionalen Aufnahmebereitschaft bei oder reduzieren diese. Daher empfiehlt es sich für das Herstellen emotionaler Aufnahmebereitschaft, positive somatische Marker zu nutzen und negative zu vermeiden.

Der Ressourcenzustand eines Menschen bestimmt, wie gut oder schlecht er in einer Situation auf seine eigenen inneren Ressourcen (wie z. B. Fähigkeiten oder Erfahrungen) zugreifen kann. Er ist kontext- und tagesabhängig und wird sowohl durch den physiologischen Zustand des Menschen (z. B. müde, fit usw.) als auch durch seine emotionale Stimmung (z. B. depressiv, fröhlich usw.) beeinflusst. Um Aufnahmebereitschaft bei Ihrem Gesprächspartner herzustellen, sollten Sie sowohl ihn als auch sich selbst in einen ressourcenreichen Zustand bringen. Dafür gibt es verschiedenste Methoden und Techniken, die im Buch “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” ausführlich erklärt sind.

Genetische Voraussetzungen sind körperliche Merkmale wie Haut- und Haarfarbe, aber auch z. B. Talente, die von den Eltern an die Kinder vererbt wurden. Sowohl die eigenen genetischen Voraussetzungen als auch die des Gesprächspartners können einen Einfluss auf seine emotionale Aufnahmebereitschaft haben. Um emotionale Aufnahmebereitschaft bei Ihrem Gesprächspartner herzustellen, sollten Sie Ihre auf ihn positiv wirkenden genetischen Voraussetzungen nutzen, negativ wirkende wenn möglich kompensieren, ansonsten zumindest thematisieren.

Wir hoffen, Sie konnten sich einen Überblick verschaffen, welche Themen beim Herstellen von emotionaler Aufnahmebereitschaft und Berechtigung eine Rolle spielen. Wenn Sie mehr wissen wollen, können Sie das Buch “Kommunizieren heißt scheitern: Emotionale Aufnahmebereitschaft und Berechtigung” hier kaufen.

 

 Über die Autoren

 

 

Atilla Vuran

Aufnahmebereitschaft und Berechtigung schaffen, immer wieder reflektieren und sich selbst durch Scheitern weiterentwickeln – das treibt Atilla Vuran seit über 20 Jahren an. Er ist Unternehmer, Autor von mehreren Büchern, Inhaber und Gründer der PONTEA AG. Neben seiner entwickelnden Tätigkeit für Führungskräfte in Unternehmen (Vorträge, Seminare, Workshops, …) unterrichtet er als Gastdozent an Universitäten und Instituten.

 

Nina Harbers Kommunizieren heisst scheitern PONTEA

 Dr. Nina Harbers

Als Ingenieurin hat Nina Harbers immer wieder festgestellt, dass fundiertes Fachwissen allein nicht ausreicht, um Menschen wirkungsvoll überzeugen und führen zu können – auch Aufnahmebereitschaft und Berechtigung sind hierzu der Schlüssel. Sie ist erfahrene Führungskräftetrainerin für Unternehmen, Institute und Universitäten und leitet Train-the-Trainer-Ausbildungen.